Kleiderschrank einrichten und organisieren mit unseren Tipps

Es lässt sich darüber streiten, ob man Stauraum für Weihnachtssachen benötigt, für Fotokisten oder Bücher und CDs: Wenn die Wohnung eingerichtet wird, sollte man sich im Klaren darüber sein, wie viel Schränke, Truhen oder Regale man braucht für den alltäglichen Kram. Unumgänglich aber ist ein übersichtlicher Kleiderschrank.

Kleidung spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Keiner tritt nackt auf die Straße und im Laufe der Jahre bis in unsere moderne Zivilisation hat sich bei Zeiten das kleine Wörtchen „Mode“ durchgesetzt. Kam der Herr oder die Dame des Mittelalters noch mit einem einzigen Hemd über die Wochen, so verlangt unser heutiges Kulturempfinden regelmäßige kurzfristigere Wäschewechsel und dafür den entsprechenden Platzbedarf. Selbst der Minimalist, praktisch veranlagt und nicht modeinteressiert, benötigt wenigstens einen kleinen Raum für seine tägliche Bekleidung. Und so nimmt der Kleiderschrank in unserem Leben eine immer größere und nicht zu unterschätzende Rolle ein.

Video: Kleiderschrank organisieren & ausmisten: Aufräumen nach Marie Kondo | OTTO

Kleider auf der Stange

Unerlässlich ist im Regelfall eine Kleiderstange als Aufbewahrungsmöglichkeit. Sie verschafft Übersicht, hält längere Kleidungsstücke sichtbar vor und möglichst knitterfrei. Auf Stangen lassen sich neben Anzügen oder Kleidern auch Hemden, Blusen, Tuniken und durchaus auch T-Shirts unterbringen. Durch die praktischen Allzweck-Bügel oder Mehrfach-Hänger finden auch Schals, Dessous oder Krawatten genau dort ihren Platz. Abhängig von den räumlichen Möglichkeiten sollte eine Wäsche- oder Kleiderstange in jedem Fall so lang wie möglich eingeplant werden. In jedem Kleiderschrank findet sich wenigstens ein Kleiderstangenfach. Unter die Hängeteile passen in den meisten Fällen noch die Schuhe. Bei Männern sowieso, während Frauen sich überlegen könnten, ob selten getragenes Schuhwerk dort nicht gut, sauber und sicher steht.

Diese praktischen Stäbe halten Kleider so übersichtlich, wie gewünscht, beisammen. Nach Länge oder Farbe sortiert, bilden sie den bunten Blickfang im Schrank und lassen auf Anhieb erkennen, welche Teile miteinander kombiniert werden könnten. Daher sollte Stangenware wohl durchdacht geordnet werden. Dabei achtet man darauf, dass wirklich jedes Kleidungsstück einzeln hängt. Mehrere Kleidungsstücke auf einem Bügel machen schnell die mühsam geschaffene Übersicht zunichte, schöne Teile gehen sang- und klanglos unter und sind nicht mehr sichtbar. Bewährt hat sich eine Sortierung nach der Länge der Textilie, so baut man sich eine schiefe Ebene verkehrt herum. Der positive Nebeneffekt für die Damen: Unter die kurzen Tops passen noch mehr Schuhe, da sie höher auftürmbar sind. Aber nicht nur die Länge ist entscheidend, sondern auch die Trennung von Langarm- und Kurzarmkleidung sollte gleich mit beachtet werden. Zu guter Letzt folgt noch die Einordnung der Farben. Dazu sollte man grob in hell und dunkel einteilen, denn oftmals schleicht sich doch ein bunt gemustertes Exemplar mit in das schöne Zuhause der anderen und der Besitzer kann sich womöglich nicht entscheiden, welcher Farbe er dabei den größten Stellenwert einräumt. Am Ende hat man einen tollen Blick und letztlich nur noch die Qual der Wahl beim Kombinieren seiner besten Stücke.

Wäschefächer optimal nutzen

Wäschefächer sind auf ihre Art genauso vielfältig nutzbar wie Kleiderstangen. Hier kann alles untergebracht werden, was nicht auf dem Bügel hängt, nicht knittert und vor allem das, was sich gut zusammenlegen lässt. Gemeint sind dicke Winterpullover, Jacken oder auch T-Shirts und Kleider aus bügelfreien Materialien. Ordentlich in Linie übereinandergestapelt verschafft man sich auch hier Übersichtlichkeit und kann je nach Länge oder Farbe beherzt zugreifen.

Hosen, speziell Jeans, können ebenfalls nach Typen sortiert zusammengelegt gestapelt werden. Dies gilt natürlich für jede Form von Hosen aus grobem Stoff. Bügelware wird dagegen glattgelegt oder aufgehängt.

Mit entsprechenden „Utensilos“ oder Aufbewahrungsboxen lassen sich Wäschefächer auch platzsparend für Unterwäsche und Accessoire nutzen. Gürtel, Schals, Krawatten sowie Socken, Unterhemden und Co. kann man zusammenrollen und in Einzelfächer-Utensilos verwahren. Wer eine Kommode im Schlafzimmer nicht mehr unterbringen kann, muss so trotzdem nicht auf die Bequemlichkeiten dieser kleinen Helfer verzichten.

Alles muss raus

Die linke Socke fehlt, der rechte Schuh reißt an der Sohle und das verflixte einzig farblich passende Unterteil ist einfach nicht auffindbar? Vorhandene Kleiderschränke können das Chaos perfekt machen. Vielleicht sollte der alte Schrank doch weg und ein größeres Modell her? Vielleicht aber hilft es auch einfach, die Non-happy-Klamotte doch zu spenden? Fakt ist fürs Aufräumen: Alles muss raus!

Nur mit einem leeren Schrank verschafft man sich eine einen kompletten Überblick, davon abgesehen, dass plötzlich so manches vermisste Stück wiederentdeckt werden kann. Der komplett geräumte Schrank zeigt an, wie viel Platz vorhanden ist und die Wäscheberge im Schlafzimmer zeigen, wie viel davon benötigt wird.

Beim Sortieren der Kleidungsstücke haben sich drei Stapel in der Praxis bewährt:

1. Bleibt meins!

2. Zu schade für den Lumpensack – verkaufen oder spenden

3. Weg damit!

Am einfachsten zieht man zuerst die Sachen aus dem Wäscheberg, von denen man sicher weiß, dass man sie um keinen Preis der Welt hergibt: Kleidung mit Wohlfühlcharakter; Kleidung, die glücklich macht. Hier bestehen weder Fragen noch Zweifel, sie bleiben da. Wunderschön in der Hand zu halten belegen sie als erste Einwohner den neuen oder altneuen Schrank. Wichtig ist dabei, auch den Glücks-Faktor zu beachten. Kleidung, die man nur behält, weil sie teuer war, in der man sich aber nicht wohlfühlt, nimmt ein elendes Schicksal. Sie sollte auf Stapel 2 gelegt werden. Womöglich erfreut sich jemand anderes mehr daran als man selbst.

Nach diesem Schema ist zu verfahren, bis alle Sachen aufgeräumt und verstaut sind. Verschlissene, ausgerissene Kleidung fliegt raus, soweit klar. Man sollte gnadenlos sein. Was länger als ein Jahr nicht getragen wurde, wird ziemlich sicher auch im nächsten Jahr nicht angezogen. Ergo sollte man Abschied nehmen. Es könnte auf Stapel 2 landen und für eine Kleiderspende in Säcke gepackt werden oder findet vielleicht über einen Second-Hand-Laden einen neuen Besitzer. Dann fällt die Trennung nicht ganz so schwer.

Zu guter Letzt

Egal ob Neukauf oder Modernisierung der Kleiderschränke, man sollte sich vorher einen genauen Überblick über das benötige Innenleben verschaffen. Hat man einen Plan, lässt sich viel schneller eine praktische Lösung für dieses wiederkehrende Problem finden. Wer lieber Kofferware, also Knautschklamotten trägt, ist mit vielen Wäschefächern sicher besser bedient als Geschäftsleute, die im Büro ohne glattgebügelten Business-Look nicht aufzutreten wagen. Diese Klientel schwört auf die Kleiderstange. Wie auch immer man sich entscheidet: Mit klarer Übersicht hat man die volle Durchsicht.

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