So klingt eine starke Ton-in-Ton Kombination

Kinder lieben es bunt und schrill. Quietschbunte Tapete an den Wänden, auf der sich großformatige Poster der Lieblingsstars aneinanderreihen sind keine Seltenheit. Hinzu kommen Spielteppiche, Puppenhäuser und Kuscheltierecke – alles in grellbunter Aufmachung.

Die Vorliebe für die wahnwitzigsten Farbkombinationen verliert sich mit dem Älterwerden und an die Stelle bunter Wohnwelten tritt die Neigung zum stilvollen Design. Zwar hält sich das Gerücht, dass Ton-in-Ton Kombinationen langweilig und uninspirierend sind, doch das trifft nicht zu, wenn ein paar Regeln beachtet werden. Bei der Farbauswahl spielen unter anderem die Lichtverhältnisse und die räumlichen Gegebenheiten eine Rolle.

Klar strukturiertes Farbkonzept

Bei einer Einrichtung, die auf einem Ton-in-Ton Konzept beruht, kommt es in erster Linie auf die Farbauswahl an. Sowohl bei der Auswahl der Wandfarbe als auch bei Wohntextilien, Möbelbezugsstoff und Dekoartikeln konzentrieren Sie sich auf die Töne innerhalb einer Farbfamilie. Nur auf diese Weise entsteht ein harmonisches Gesamtbild. Beim Ton-in-Ton Konzept wird eine Basisfarbe mit verschiedenen Abstufungen der gleichen Farbe kombiniert. Im Trend liegt derzeit der Nude-Look, der von creme- und sandfarbenen Nuancen dominiert wird. Durch die große Transparenz dieser Farbtöne wirkt die Wohnumgebung leicht und luftig. Aufgewertet wird ein Wohnumfeld im Nude-Look durch Massivholzmöbel, die den Raum gleichzeitig warm und wohnlich wirken lassen.

Die räumlichen Gegebenheiten

Großen Einfluss auf die Erarbeitung eines Raum-Konzeptes auf Ton-in-Ton Basis haben die räumlichen Gegebenheiten. Grundsätzlich gilt: Helle Farben kommen in verwinkelten Räumen mit wenig Fensterfläche und /oder Dachschrägen zum Einsatz, während in lichtdurchfluteten Räumen dunklere Farbkombinationen verwendet werden können. Unterschieden wird darüber hinaus zwischen kalten und warmen Farben. Kalte Farbtöne haben einen hohen Blauanteil. Derartige Farbtöne vergrößern einen Raum optisch, weil sie zurücktreten und nicht so dominant sind wie Ton-in-Ton Kombinationen mit einem hohen Rotanteil. Die Wirkung von Farbkombinationen mit höherem Blauanteil ist harmonisch, ohne langweilig zu werden. In Abhängigkeit vom Lichteinfall verändert sich die Wahrnehmung über den Tag.

Video: Die Farblehre nach Johannes Itten

Akzente setzen mit Komplementärfarben

Keine klassische Ton-in-Ton-Kombination und trotzdem überaus harmonisch wirkt eine Einrichtung, bei der auf Komplementärfarben gesetzt wird. Dabei handelt es sich um Farben, die sich auf dem Farbkreis gegenüberliegen. Aus den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau lässt sich jede beliebige Farbe mischen. Mischt man zwei Grundfarben miteinander, entsteht die Komplementärfarbe zur dritten Grundfarbe. Zur Verdeutlichung eine kurze Übersicht, welche Komplementärfarbe bei welchem Mischvorgang entsteht:

  • Mischen von Rot und Blau: Violett (Komplementärfarbe zu Gelb)
  • Mischen von Rot und Gelb: Orange (Komplementärfarbe zu Blau)
  • Mischen von Blau und Gelb: Grün (Komplementärfarbe zu Rot)


Das menschliche Auge nimmt Kombinationen von Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen als besonders angenehm und harmonisch wahr, da aktive und passive Emotionen in Einklang gebracht werden. Zwar handelt es sich bei diesem Farbkonzept nicht um eine Ton-in-Ton Kombination im klassischen Sinn, doch die Wirkung ist vergleichbar.

Variierende Muster und Materialien bei Ton-in-Ton Kombinationen

Eine Einrichtung nach einem Ton-in-Ton Konzept basiert auf einer neutralen Farbpalette. Um so wichtiger ist es, in diesem Wohnumfeld Akzente zu setzen, die Spannung in den Raum bringen. Ein geeignetes Mittel, um dieses Vorhaben umzusetzen, sind Muster auf Wohntextilien wie Kissen, Decken und Vorhängen. Ob Sie sich für geometrische Formen, florale Motive oder einen abstrakten Mix aus unterschiedlichen Abbildungen entscheiden, bleibt Ihren persönlichen Vorlieben überlassen. Im Trend liegen Prints in zarten Pastellfarben, die in Form und Struktur an Aquarelle erinnern.

Zu einer Auflockerung des Ton-in-Ton Konzeptes kann auch ein Stilbruch bei Materialien führen. Eine Wohnumgebung im Industrial Style mit Betonböden und Eisenstühlen wirkt durch einen Korbsessel oder Leinendecken spannend und wohnlich zugleich. Auch Dekoartikel aus Naturmaterialien wie Holz oder Stein, etwa ein glatt geschliffenes Stück Treibholz vom Strand, lockert die Ton-in-Ton Kombination auf und wirkt gleichzeitig als Blickfang. Für das Extraplus an Frische sorgen Pflanzen, die aufmerksamkeitsstark an prominenter Stelle platziert werden. In Abhängigkeit von der Raumgröße kommen entweder mannsgroße Kübelpflanzen oder dekorative Blütenpflanzen auf Regalen oder der Fensterbank zum Einsatz.

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