Farben im Kinderzimmer

Ein Prinzessinnenschloss in Pink, eine Tiefsee-Unterwasserstation in maritimem Blau oder Wände in Feuerwehr-Rot – Eltern haben es nicht einfach, wenn alle Wünsche des Nachwuchses bei der farblichen Gestaltung des Kinderzimmers berücksichtigt werden sollen. Doch die Lieblingsfarben der Kids eignen sich nicht zwangsläufig für großflächige Wände. Im Kinderzimmer kommt es auf Ausgewogenheit, Balance und die Wirkung der Farben an.

Pastelltöne: Klassiker für das Kinderzimmer

Unaufdringliche Pastellfarben gehören zu den Favoriten im Kinderzimmer. Farbtöne wie Himmelblau, Mintgrün oder ein zartes Orange wirken ausgleichend auf die Kids und strapazieren die Augen nicht. Pastelltöne wirken beruhigend und bieten genügend Spielraum, um punktuelle Glanzpunkte mit auffälligeren Farben zu setzen. Kinder können sich in dieser Umgebung gut konzentrieren, was beim Lernen und beim Erledigen der Hausaufgaben hilfreich ist. Auch stört diese zurückhaltende Farbgebung nicht beim Einschlafen. Allerdings sollten Pastellfarben nur als Basis eingesetzt werden, denn Kinder brauchen Kontrastpunkte.

Video: Kinderzimmer Make Over + Gender Reveal | Kinderzimmerfarben | Jelena Weber

Komplementärfarben als Kontrast

Da sich Kinder noch in der Entwicklungsphase befinden und das dreidimensionale Sehen bzw. die Tiefenwirkung noch nicht vollständig ausgebildet sind, müssen im Raum Bezugspunkte geschaffen werden. Nur dann können kleine Kinder den Raum erfassen. Zu stark sollte der Farbreiz jedoch nicht sein. Milde Komplementärfarben sorgen für einen visuellen Anreiz und erleichtern Kindern die Orientierung. Bei einem sanften Orange wäre die passende Komplementärfarbe ein helles Blau. Ist das Kinderzimmer in einem mintgrünen Pastellton gestrichen, bildet ein helles Rot oder ein schwaches Pink den richtigen Kontrast. Wenn die Wände in einem zurückhaltenden Pastellton gestrichen sind, kann die Farbgebung von Teppichen, Vorhängen und Dekoartikeln ruhig etwas kräftiger ausfallen.

Farbliche Abgrenzung verschiedener Bereiche

Im Gegensatz zum Rest der Räume in der elterlichen Wohnung ist das Kinderzimmer in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Es gibt einen Schlafplatz, eine Spielecke und bei schulpflichtigen Kindern einen Schreibtisch, an dem die Hausaufgaben erledigt werden. Wegen der unterschiedlichen Zonen ist es sinnvoll, einzelne Bereiche farblich voneinander abzugrenzen. In der Praxis ist damit nicht gemeint, jede Wand mit einer anderen Farbe zu tünchen. Vielmehr geht es darum, mit farblichen Accessoires wie Kissen, Aufbewahrungsboxen. Lampenschirmen und Vorhängen eine visuelle Abgrenzung vorzunehmen. In der Lernecke mit dem Schreibtisch kann die Farbkombination Grün/Blau eingesetzt werden, während in der Spielecke Erdtöne wie Senfgelb und Ocker mit einem Orange kombiniert werden.

Konzentriert arbeiten mit Grün und Blau

In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass Farben Einfluss auf das Lernverhalten von Kindern und Erwachsenen haben. Die Ergebnisse können Sie sich im Kinderzimmer zunutze machen, indem Sie im Lernbereich auf spezielle Farben setzen. Demnach fördern Farbtöne wie Himmelblau, Orange und Gelbgrün die Konzentration. Blaue Farbtöne lindern nachgewiesenermaßen Stress und Nervosität. Die Gedanken werden beflügelt und das Lernen fällt leichter. Orange fördert die Kreativität und wirkt sich positiv auf das Sozialverhalten aus. Darüber hinaus ist Orange die Komplementärfarbe zu Blau und harmoniert mit dieser Farbe am besten. Analog zu allen Blautönen wirken grüne Farbnuancen beruhigend. Die Farbe steht für Balance und Ausgleich und sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung.

Ein Traum in Pink

Obwohl das Klischee als überholt gilt, bevorzugen immer noch zahlreiche Mädchen Pink als Grundfarbe im Kinderzimmer. Die Farbe steht wie keine andere für Prinzessinnenträume und hat ganz nebenbei den positiven Nebeneffekt, dass sie die Stimmung von Kindern hebt. Pink und Rosa vermitteln ein Gefühl von Sicherheit, weshalb das Zimmer von unruhigen oder ängstlichen Kleinkindern in diesem Farbton gestrichen werden sollte. Dabei ist darauf zu achten, dass es sich um ein zartes zurückhaltendes Pink handelt. Fällt die Farbe zu kräftig aus, entsteht eine Signalwirkung wie bei Rot und der Körper reagiert mit Alarmbereitschaft. Im Schlafbereich eignet sich eine Kombination aus kühlen blauen Farbtönen und zarten Rosatönen. Während Rosa die Kinder sicher in den Schlaf geleitet, sorgen die Blaunuancen für Entspannung vor dem Einschlafen.

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